Nicht kämpfen zu können
Ich erweitere die Themen dieses Blogs um den Punkt "Striptease".
Eigentlich wollte ich hier nur Texte ablegen, die ich irgendwann mal geschrieben habe (alte Dinge) oder neuerdings schreibe (neue Dinge). Nur schreibe ich dazu zu wenige neue Dinge und das Abtippen alter Dinge kostet Zeit, die ich nicht so oft habe wie ich dachte, denn natürlich korrigiere ich dabei Stilschwächen oder zu persönliche Bezüge.
Unter diesem Stichwort schreibe ich auf, was ich über mich weiß. Oder nicht weiß. Wahrscheinlich geht es dabei vermehrt um Disfunktionalitäten, ich habe aber den festen Willen, auch das aufzuschreiben, was mir an mir positiv auffällt. Sobald es sowas mal gibt.
Im Moment gibt es das aber nicht. Im Moment fühle ich mich schwach und verzweifelt.
Das ist kein neues Gefühl und es wird Zeit, mir darüber Klar zu werden, wo das her kommt, denn ich tue den Menschen Unrecht, wenn ich ihnen heute die Schuld gebe, mich zu ignorieren und meine Wünsche zu übergehen, wo ich doch alle Wünsche erfülle und jede Aufmerksamkeit freudig gebe, die ich auch nur erspüre.
Eigentlich klassisch, wie ich gerade bemerke: Ich versuche, meiner Umwelt durch besondere Hingabe zu sagen, sie soll doch bitte ebenso auf meine Bedürfnisse achten. Und bin dann enttäuscht, weil sie es nicht tut. Was natürlich bei genauerer Betrachtung zu erwarten ist, denn sie erwartet von mir ja auch nicht wirklich, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Wenn ichs dennoch tue, hab ich ein Problem, nicht die anderen. Und schon gar nicht haben sie eine Verpflichtung, es mir gleich zu tun.
Woher kommt das also?
Ich bin aufgewachsen mit dem ständigen Gefühl, untergebuttert zu werden. Ich war immer der Kleinste in der Klasse. Ich habe einen Zwillingsbruder, was sehr oft bedeutet hat, alles teilen zu müssen und nicht das beneidenswerte Privileg von Einzelkindern zu haben, alle Aufmerksamkeit für sich beanspruchen zu können. Außerdem war es mir unterbewusst sicherlich ständig klar, daß das Leben mit zwei Kindern statt einem für meine Eltern eine ständige große Belastung ist. Ich habe wohl auch daher keine allzu exaltierte Pubertät hingelegt. Deswegen nicht, und auch, weil ich vier Jahre im Internat war und die völlige Abwesenheit von Privatheit, der Gamma-Position in der Hackordnung und die ständige Überwachung durch radikal katholisches Personal mir den Luxus eines eigenen Zimmers, von Ruhe und von Zurückgezogenheit gelehrt hat.
Ich habe dazu sicherlich einige ziemlich autistische Verhaltensweisen entwickelt und gepflegt. Zum Teil weil sie mir durchaus halfen, besser über die Runden zu kommen.
Leider hat mich all das wohl ziemlich verkorkst. Ich kann Kritik im ersten Moment extrem schlecht annehmen. Das Resultat ist, daß ich entweder überzogen abwehrend reagiere wenn ich sie ungerechtfertigt finde, oder sie mir viel zu sehr zu Herzen nehme. Ich kann nicht Nein sagen. Ich unterschreibe jedes dämliche Abo und jede blöde Versicherung, obwohl ich in diesem Moment schon weiß, daß ich das gar nicht tun will.
Allerdings tut es mir gut, anderen zu helfen. Ich mag es, gebraucht zu werden. Nein. Ich brauche es, gebraucht zu werden.
Auch beim Sex: Mein Selbstwertgefühl steigt, wenn meine Geliebte unter meinen Händen und meiner Zunge zerfließt, sich mir völlig hingibt und ich Stunden lang Woge um Woge ihrer Lust genießen kann. Ich mag es natürlich auch, wenn sie mich verwöhnt (und das kann sie!). Aber es ist alles völlig in Ordnung dabei, wenn ich sie drei viertel unserer Zeit von Orgasmus zu Orgasmus treibe, mal schnell und hart, mal sanft und unendlich langsam.
Vielleicht sollte ich das mal auf mein übriges Leben übertragen. Beginnen, es in Ordnung zu finden, wenn andere Menschen mir nur in einem Maße helfen, das ihre eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht lässt. Und mein Bedürfnis anderen gut zu tun als Bedürfnis erkenne, das auch einen eigennützigen Anteil hat und deswegen auch nicht dazu führen müssen - ja nicht einmal dazu führen dürfen - daß ich dafür von ihnen eine Gegenleistung bekomme.
Allerdings muss ich dennoch das Problem lösen, daß man das Ausnutzen kann. Ich habe jetzt schon viel zu viele Versicherungen.
Eigentlich wollte ich hier nur Texte ablegen, die ich irgendwann mal geschrieben habe (alte Dinge) oder neuerdings schreibe (neue Dinge). Nur schreibe ich dazu zu wenige neue Dinge und das Abtippen alter Dinge kostet Zeit, die ich nicht so oft habe wie ich dachte, denn natürlich korrigiere ich dabei Stilschwächen oder zu persönliche Bezüge.
Unter diesem Stichwort schreibe ich auf, was ich über mich weiß. Oder nicht weiß. Wahrscheinlich geht es dabei vermehrt um Disfunktionalitäten, ich habe aber den festen Willen, auch das aufzuschreiben, was mir an mir positiv auffällt. Sobald es sowas mal gibt.
Im Moment gibt es das aber nicht. Im Moment fühle ich mich schwach und verzweifelt.
Das ist kein neues Gefühl und es wird Zeit, mir darüber Klar zu werden, wo das her kommt, denn ich tue den Menschen Unrecht, wenn ich ihnen heute die Schuld gebe, mich zu ignorieren und meine Wünsche zu übergehen, wo ich doch alle Wünsche erfülle und jede Aufmerksamkeit freudig gebe, die ich auch nur erspüre.
Eigentlich klassisch, wie ich gerade bemerke: Ich versuche, meiner Umwelt durch besondere Hingabe zu sagen, sie soll doch bitte ebenso auf meine Bedürfnisse achten. Und bin dann enttäuscht, weil sie es nicht tut. Was natürlich bei genauerer Betrachtung zu erwarten ist, denn sie erwartet von mir ja auch nicht wirklich, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Wenn ichs dennoch tue, hab ich ein Problem, nicht die anderen. Und schon gar nicht haben sie eine Verpflichtung, es mir gleich zu tun.
Woher kommt das also?
Ich bin aufgewachsen mit dem ständigen Gefühl, untergebuttert zu werden. Ich war immer der Kleinste in der Klasse. Ich habe einen Zwillingsbruder, was sehr oft bedeutet hat, alles teilen zu müssen und nicht das beneidenswerte Privileg von Einzelkindern zu haben, alle Aufmerksamkeit für sich beanspruchen zu können. Außerdem war es mir unterbewusst sicherlich ständig klar, daß das Leben mit zwei Kindern statt einem für meine Eltern eine ständige große Belastung ist. Ich habe wohl auch daher keine allzu exaltierte Pubertät hingelegt. Deswegen nicht, und auch, weil ich vier Jahre im Internat war und die völlige Abwesenheit von Privatheit, der Gamma-Position in der Hackordnung und die ständige Überwachung durch radikal katholisches Personal mir den Luxus eines eigenen Zimmers, von Ruhe und von Zurückgezogenheit gelehrt hat.
Ich habe dazu sicherlich einige ziemlich autistische Verhaltensweisen entwickelt und gepflegt. Zum Teil weil sie mir durchaus halfen, besser über die Runden zu kommen.
Leider hat mich all das wohl ziemlich verkorkst. Ich kann Kritik im ersten Moment extrem schlecht annehmen. Das Resultat ist, daß ich entweder überzogen abwehrend reagiere wenn ich sie ungerechtfertigt finde, oder sie mir viel zu sehr zu Herzen nehme. Ich kann nicht Nein sagen. Ich unterschreibe jedes dämliche Abo und jede blöde Versicherung, obwohl ich in diesem Moment schon weiß, daß ich das gar nicht tun will.
Allerdings tut es mir gut, anderen zu helfen. Ich mag es, gebraucht zu werden. Nein. Ich brauche es, gebraucht zu werden.
Auch beim Sex: Mein Selbstwertgefühl steigt, wenn meine Geliebte unter meinen Händen und meiner Zunge zerfließt, sich mir völlig hingibt und ich Stunden lang Woge um Woge ihrer Lust genießen kann. Ich mag es natürlich auch, wenn sie mich verwöhnt (und das kann sie!). Aber es ist alles völlig in Ordnung dabei, wenn ich sie drei viertel unserer Zeit von Orgasmus zu Orgasmus treibe, mal schnell und hart, mal sanft und unendlich langsam.
Vielleicht sollte ich das mal auf mein übriges Leben übertragen. Beginnen, es in Ordnung zu finden, wenn andere Menschen mir nur in einem Maße helfen, das ihre eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht lässt. Und mein Bedürfnis anderen gut zu tun als Bedürfnis erkenne, das auch einen eigennützigen Anteil hat und deswegen auch nicht dazu führen müssen - ja nicht einmal dazu führen dürfen - daß ich dafür von ihnen eine Gegenleistung bekomme.
Allerdings muss ich dennoch das Problem lösen, daß man das Ausnutzen kann. Ich habe jetzt schon viel zu viele Versicherungen.
thestranger - 27. Jun, 09:46
