Da schrillt eine Glocke in meinem Kopf

da steht die Welt in eiserstarrtem Schrecken und die Angst zeigt ihre Zähne, da verpufft das schöne Land im Feuer und mittendrin steh ich und steh herum und komme mir nun einerseits so dumm vor. Andererseits bestätigt sich die Ahnung, die den Nebel schon seit langem mit immer neuem Dunst auffüllt.

Da steh ich also und die Welt, sie will gerettet werden und der Himmel über mir erwartet von mir, das Ideal zu leben und die Hölle unter mir flüstert "Siehst Du, das haben wir Dir doch immer schon gesagt." Und "die Welt ist es nicht Wert, gerettet zu werden. Sieh doch, was sie aus Dir macht, sieh doch was es sie interessiert." und ich würde so gern glauben, was ich höre, denn so müde war ich noch nie zuvor.

Und dann ist da im hinterletzten Winkel wieder der Gedanke, dieser winzig kleine, der mich weiter treibt und der mich nicht ins Dunkle lässtob mirs gefallen würde oder nicht. Er sagt mir "Aber wenn es nun doch nur den einen Menschen gibt mit einer Seele, die gerettet werden kann. Oder mehr, vielleicht gibt es doch mal den, der ohne Deine Hilfe verloren ist, der stirbt, der deswegen verzweifelt, weil es Dich nicht gibt und Deine Hand."

(20.01.1992)

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