Im höfischen Leben

Hörte ich ein Raunen, als ich auf die Bühne trat? Was sollte ich jetzt spielen? Ich fragte nach einem Sinn. Die Leute sahen mich belämmert an.

Das darf mir heute nicht passieren, denke ich bei mir und gab dem Orchester das vereinbarte Zeichen. Der Paukenschlag weckte die ersten Zuschauer, der Trompeteneinsatz entlud sich auf die restlichen.

Oje, denke ich, und besänfige die Massen mit Karamelbonbons. Ich forsche nach dem Souffleur, aber da ist keiner. Also ist es bloß ein Traum, freue ich mich. Und ich beginne, das Publikum auszulachen, es lachte mit, aus Unwissenheit wohl, was mich noch fröhlicher macht. Ich hüpfe närrisch ins Parkett und töte den Gemahl der Gräfin. Alle sind begeistert und applaudieren, der Graf glotzt nur blöde vor sich hin, hat er doch mit sowas nicht gerechnet.

Dann rufe ich mich zum König aus, danke ab und der Staat geht prompt vor die Hunde, ohne König.

Siehst du, sag ich zu meinem Bilde, so ist das, bei Hofe.

10. November 1988

Daily Soap

Texte ohne Relevanz

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Archiv

Januar 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 3 
 4 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 

Status

Online seit 6736 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 20. Nov, 00:28

Credits


alte Dinge
neue Dinge
reime
striptease
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren